Anspruch auf Arbeitslosengeld I, kurz ALG I, hat grundsätzlich jeder, der arbeitslos ist, sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet hat und vor Eintritt der Arbeitslosigkeit mindestens zwölf Monate in einem versicherungspflichtigem Arbeitsverhältnis gestanden hat (vgl. §§ 136 ff. SGB III). Trotz dieser recht überschaubaren Voraussetzungen für die Bewilligung von ALG I, kommt es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den Leistungsberechtigten und der Bundesagentur für Arbeit (kurz: Arbeitsamt).

Übliche Streitigkeiten

Üblicherweise stehen dabei folgende Aspekte im Streit:

  • Sperrzeit wegen verspäteter Arbeitsuchendmeldung,
  • Sperrzeit wegen Arbeitsaufgabe (beispielsweise nach einem Aufhebungsvertrag oder nach fristloser Kündigung),
  • Berechnung der Anspruchsdauer,
  • Berechnung der Anspruchshöhe.

Oftmals beruht eine belastende Entscheidung der Bundesagentur für Arbeit auf einem Missverständnis/ Informationsdefizit:

So darf die Behörde beispielsweise eine Sperrzeit wegen Arbeitsaufgabe nicht verhängen, wenn ein Aufhebungsvertrag nur deswegen geschlossen wurde, weil andernfalls ohnehin eine betriebsbedingte/ personenbedingte Kündigung ausgesprochen worden wäre. Auch eine fristlos ausgesprochene Kündigung muss nicht zwangsläufig zu einer Sperrzeit führen, wenn die Kündigung tatsächlich nicht gerechtfertigt war.

Auch bei der Berechnung der Anspruchshöhe können Fehler auftreten, wenn beispielsweise Bonuszahlungen und ähnliche Gehaltsbestandteile sich nicht Erhöhend auf das Arbeitslosengeld auswirken.

Im Rahmen der Berechnung der Anspruchsdauer werden gelegentlich die lückenlosen Vorbeschäftigung nicht gesehen.

Die anwalltiche Aufgabe in einem ALG I – Mandat besteht dabei insbeondere darin, der Bundesagentur für Arbeit zum einen die gesetzlichen Regelungen des Arbeitslosengeldes I aufzuzeigen und zum anderen den tatsächlichen Sachverhalt ggf. richtigzustellen (etwa Widerlegung der fristlosen Kündigungsgründe etc.).

PSS Rechtsanwälte

Die Kanzlei PSS Rechtsanwälte unterstützt Arbeitsuchende bei der Durchsetzung ihrer Rechte auf Arbeitslosengeld I (ALG I). Wir freuen uns auf Ihren Kontakt!